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Auf die Menschen stets zugehen

Moderiert von Reinhard Plettenberg sprachen Wolfram Linke, Uli Messing und Ekki Kurz bei den 13. Hiltruper Frühstücksnoten über soziale Verantwortung, Bildung und Karneval. Fotos: Armin Zedler

Alte weiße Männer, die im Auftrag des Herrn unterwegs sind: Mit einem Augenzwinkern begrüßte Moderator Reinhard Plettenberg seine Talkgäste bei den 13. Hiltruper Frühstücksnoten im Bahnhof Hiltrup. Vor ausverkauften Reihen sprachen Uli Messing, Stadtdechant und Pfarrer Uli Messing, Musiker Ekki Kurz, Starlight Family, Mitarbeiter bei Westfalenfleiß und Chefredakteur von Stadtgeflüster, sowie mit Wolfram Linke, Chefredakteur des Straßenmagazins draußen! unter anderem über soziale Verantwortung, Nutzung Künstlicher Intelligenz, Bildung und Karneval.

Soziale Komponente

Aus gutem Grund: Das Trio engagiert sich auch närrisch. Linke als Vizepräsident der Karnevalsgesellschaft ZiBoMo zählte die Hintergründe auf: „Neben der Pflege des Brauchtums hat der Karneval auch eine sehr große soziale Komponente“, verwies er auf das Engagement der Jecken. Als Beispiel nannte Linke etwa die jährliche Rundfahrt der Stadtjugendprinzengarde, die an Altweiber unter anderem Kinderkrankenstationen und Seniorenheime besucht, um den Menschen dort ein paar unbeschwerte Stunden zu bescheren.

Aufeinander-Zugehen

Soziale Verantwortung stand und steht bei allen Dreien ganz oben auf der Agenda: Uli Messing betonte, wichtig sei das Aufeinander-Zugehen, Bedürftigen und Obdachlosen einfach mal Gehör zu schenken, ihnen mit Respekt zu begegnen. Ekki Kurz erklärte, er sei ein absoluter Teamplayer, nur im gemeinsamen Zusammenspiel laufe die Arbeit professionell und die Dankbarkeit, die zurückgegeben werde sei besser als jeder Lohn. „Lohn“ gab´s auch für die musikalischen Intermezzi: Gemeinsam mit dem musikalischen Alleskönner der Starlight Family begeisterte und unterhielt Ekki Kurz das Publikum, das mit lautem Applaus dankte.

Ohne Künstliche Intelligenz

Und das alles ganz ohne KI: Das Trio gehört auch zur schreibenden Zunft, bestätigte, dass die Künstliche Intelligenz beim Schreiben nicht genutzt werde. Sowohl Messing als auch Linke unterstrichen, dass der KI jegliche emotionale Intelligenz fehle und es besonders beim Schreiben über Einzelschicksale nicht möglich sei, diese mit künstlich erzeugten Textbausteinen wiederzugeben. Ekki Kurz bestätigte, er habe es mal versucht, „und dabei ist eine furchtbare Liebesschnulze herausgekommen“. KI sei für ihn musikalisch lediglich interessant, wenn er testen wolle, wie ein Text zu einem bestimmten Rhythmus klinge. Einigkeit herrschte bei den Diskutanten, dass es höchste Zeit sei, mehr in Bildung zu investieren, um gutes Deutsch in Schrift und Sprache auch in Zukunft gewährleisten zu können. Ekki Kurz erinnerte zudem daran, dass auch vor allem in geschichtliche Bildung investiert werden müsse , um „blaue“ Entwicklungen zu verhindern.

draußen! kaufen

Zu guter Letzt appellierte Linke an das Publikum, den Verkäuferinnen und Verkäufern des draußen!-Magazins mehr Beachtung zu schenken und ihnen die Zeitschrift auch abzukaufen. Die Hälfte des Preises gehe an die Verkaufenden und bedeute für sie in erster Linie einen Neustart auf dem Arbeitsmarkt und eine Perspektive zur Rückkehr in die Gesellschaft. Außerdem, merkte er schmunzelnd an, gebe es auch jede Menge Inhalt fürs Geld.

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